Die Arbeitswelt verändert sich ständig – Rollen werden vielfältiger, die Komplexität steigt und die Anforderungen an einzelne Personen werden zunehmend herausfordernder. In vielen traditionellen Organisationen tragen Führungskräfte heute oft eine doppelte Last: Sie sind fachliche Experten und gleichzeitig verantwortlich für die persönliche Entwicklung ihrer Mitarbeitenden. Doch genau darin liegt ein häufig unterschätztes Risiko.
Warum „One-fits-all“-Führung nicht mehr funktioniert
Früher war es üblich, dass Führungskräfte zugleich die fachlich kompetentesten Personen waren und zusätzlich noch für Personalentwicklung, Coaching und Karriereplanung zuständig waren. Doch diese Kombination führt zu:
- Überlastung: Die Führungskraft jongliert fachliche Herausforderungen und komplexe Personalthemen gleichzeitig, wodurch oft beides leidet.
- Interessenkonflikten: Fachliche Ziele konkurrieren mit persönlichen Entwicklungszielen der Mitarbeitenden.
- Unzufriedenheit: Mitarbeitende fühlen sich oft in ihrer persönlichen Entwicklung vernachlässigt oder missverstanden.
Die Lösung: Trennung von „People Lead“ und „Functional Lead“
Immer mehr Unternehmen setzen auf eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten, um diese Komplexität effektiv zu reduzieren:
People Lead: Die Stimme für persönliche Entwicklung
Der People Lead ist verantwortlich für:
- Persönliche Entwicklung und Karriereplanung der Mitarbeitenden.
- Coaching, Feedback und Förderung von Soft Skills.
- Aufbau einer vertrauensvollen Unternehmenskultur.
Der Fokus liegt klar auf der individuellen Förderung, auf der emotionalen Intelligenz und der Unterstützung persönlicher Wachstumsprozesse.
Functional Lead: Die Stimme für fachliche Exzellenz
Der Functional Lead verantwortet:
- Fachliche Entscheidungen und Qualitätsstandards.
- Wissensmanagement und fachliche Weiterentwicklung im Team.
- Innovation und kontinuierliche Verbesserung der fachlichen Prozesse.
Hier steht das fachliche Know-how und die Exzellenz im Vordergrund. Der Functional Lead agiert als Mentor und Experte für fachliche Fragen.
Vorteile einer klaren Rollentrennung
Die bewusste Trennung dieser Rollen bietet zahlreiche Vorteile:
- Klarheit: Rollen und Verantwortlichkeiten sind eindeutig definiert und reduzieren Stress sowie Missverständnisse.
- Fokussierung: Mitarbeitende erhalten gezieltere Unterstützung, sowohl fachlich als auch persönlich.
- Entlastung: Führungskräfte können sich auf das konzentrieren, worin sie am besten sind – fachliche oder zwischenmenschliche Führung.
- Effizienzsteigerung: Durch spezialisierte Rollen entstehen Synergien, die zu besseren Ergebnissen führen.
Herausforderungen meistern: Kommunikation ist entscheidend
Natürlich bringt die Rollentrennung auch Herausforderungen mit sich, etwa bei der Abstimmung zwischen People und Functional Leads. Klare Kommunikationswege, gemeinsame Meetings und definierte Schnittstellen sind entscheidend, damit Mitarbeitende von beiden Seiten optimal profitieren.
Fazit: Weg von Komplexität, hin zu klaren Rollen
In der modernen, agilen Arbeitswelt führt der Weg zu nachhaltigem Erfolg über spezialisierte Führungskräfte: People Leads für die persönliche Entwicklung und Functional Leads für fachliche Exzellenz. Unternehmen, die dies umsetzen, schaffen nicht nur ein Umfeld für persönliches und fachliches Wachstum, sondern reduzieren aktiv die Komplexität und stärken ihre Teams langfristig.
Die Zukunft gehört denen, die Führung als Teamleistung verstehen – wer heute beginnt, ist morgen klar im Vorteil.
