„Digitalisieren? Zu kompliziert. Da stellen wir lieber zwei Leute ein!“ Klingt absurd? Ist aber gelebte Realität in vielen Unternehmen und Verwaltungen. Der Widerstand gegen die Digitalisierung ist oft kein technologisches Problem, sondern ein menschliches. Statt Prozesse zu automatisieren, wird lieber mehr Personal eingestellt, um ineffiziente Abläufe manuell am Leben zu halten. Warum wird in „mehr…

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Prozess digitalisieren? Für die Arbeit stelle ich lieber zwei Leute ein.

Kennst du das? Ein Unternehmen oder eine Behörde stellt sich die Frage: „Sollen wir diesen Prozess digitalisieren?“ Und dann kommt die Antwort: „Ach was, das ist zu kompliziert. Wir stellen lieber zwei Leute ein, die das manuell machen.“

So bleibt alles schön beim Alten. Kein Risiko. Kein Change. Einfach weitermachen wie bisher. Und genau darum herrscht in vielen Amtsstuben und Unternehmensfluren der „Muff von tausend Jahren“ – so treffend beschrieben im aktuellen Golem-Artikel.

Das Paradox der Digitalverweigerer

Digitalisierung ist ja eigentlich eine einfache Rechnung: Weniger repetitive Arbeit = mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten. Klingt gut, oder? Aber in vielen Organisationen läuft es genau andersrum:

👉 Prozess ineffizient? Mehr Leute einstellen.
👉 Daten fehlen? Mehr Excel-Tabellen.
👉 Dokumente schwer auffindbar? Noch mehr SharePoint-Ordner.

So wird ein Unternehmen nicht digitaler, sondern einfach nur schwerfälliger. Eine Verwaltung, die Prozesse nicht automatisiert, sondern mit Menschen „zupflastert“, ist wie ein Flugzeug, das mit mehr Crew an Bord versucht, schneller zu fliegen – anstatt einfach Aerodynamik und Triebwerke zu optimieren.

Papier als Machtinstrument

Einer der spannendsten Punkte aus dem Golem-Artikel: In einem Aktenstapel kann man Dinge verstecken. Das bedeutet: Wer Zugang zu physischen Dokumenten hat, kontrolliert die Informationen. Digitalisierung nimmt genau diese Kontrolle weg. Alles ist plötzlich transparent. Jeder kann auf relevante Daten zugreifen – und das ist für viele eben nicht erstrebenswert.

Kein Wunder, dass manche die Digitalisierung „verhindern“, indem sie behaupten, sie sei kompliziert, unsicher oder zu teuer. Dabei ist der wahre Grund oft:

⚠️ Machtverlust.
⚠️ Widerstand gegen Veränderung.
⚠️ Fehlende digitale Kompetenzen.

Warum Digitalisierung kein Selbstzweck ist

Jetzt könnte man meinen, Digitalisierung sei die heilige Lösung für alle Probleme. Nein, natürlich nicht. Es geht nicht darum, alles blind zu automatisieren. Aber es geht darum, die richtige Arbeit zu erledigen – und nicht nur Arbeit zu verwalten.

Ein digitaler Prozess sorgt dafür, dass Dinge schneller, effizienter und nachvollziehbarer ablaufen. Er gibt den Menschen die Möglichkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, anstatt Papierstapel zu jonglieren oder in überfüllten E-Mail-Postfächern nach Informationen zu suchen.

Fazit: Keine Angst vor der Digitalisierung – aber vor der Alternative!

Ja, Digitalisierung kostet Geld. Ja, es braucht Schulungen. Ja, es erfordert Change-Management. Aber die Alternative?
🔴 Immer mehr Leute für dieselbe Arbeit einstellen.
🔴 Prozesse, die mit jeder neuen Excel-Liste noch chaotischer werden.
🔴 Ein Unternehmen, das in der Vergangenheit hängen bleibt.

Wenn die einzige Antwort auf Prozessprobleme „mehr Leute einstellen“ ist, dann hat man das Problem nicht verstanden. Die wahre Herausforderung ist es, Arbeit sinnvoll zu gestalten – nicht einfach nur zu vermehren.


Quelle zur Inspiration: Golem.de: Digitales Desaster – In Amtszimmern herrscht der Muff von tausend Jahren