Scrum ist mehr als nur ein Framework zur Softwareentwicklung – es ist ein Mindset. Und genau hier gibt es in vielen Unternehmen noch große Missverständnisse. Eines der häufigsten: Die Rolle des Product Owners (PO). In der Praxis wird sie oft als eine Art Mini-Manager interpretiert – dabei ist der PO ein vollwertiges Mitglied des Scrum-Teams und steht auf Augenhöhe mit den Entwicklern und dem Scrum Master.
Der Product Owner als Teil des Teams
Das Scrum-Team besteht aus einer interdisziplinären Gruppe von Fachleuten, die gemeinsam an einem Produkt arbeiten. Einer davon ist der Product Owner – eine Rolle mit klaren Verantwortlichkeiten, aber ohne hierarchische Macht. Das bedeutet:
✅ Der PO ist nicht der Chef der Entwickler – sondern ein Teammitglied mit einer spezifischen Verantwortung: die Maximierung des Werts des Produkts.
✅ Der PO arbeitet täglich mit den Entwicklern zusammen – er ist nicht jemand, der nur die Anforderungen über den Zaun wirft und dann verschwindet.
✅ Es gibt keine Hierarchie innerhalb des Scrum-Teams – alle Rollen sind gleichwertig und dienen einem gemeinsamen Ziel: ein erfolgreiches Produkt.
Warum wird der PO oft als Chef gesehen?
In traditionellen Organisationen sind Produktmanager oft Entscheidungsträger mit Weisungsbefugnis. Wird dann Scrum eingeführt, bleibt diese Denkweise bestehen. Der PO wird fälschlicherweise als Vorgesetzter angesehen, weil er Entscheidungen über das Product Backlog trifft. Aber genau hier liegt der Denkfehler: Der PO priorisiert das „Was“ – nicht das „Wie“.
👉 Das Entwicklungsteam entscheidet, wie eine Anforderung umgesetzt wird.
👉 Der Scrum Master sorgt dafür, dass Scrum verstanden und gelebt wird.
👉 Der PO bringt die geschäftlichen Anforderungen und Nutzerbedürfnisse ein, priorisiert und stellt sicher, dass das Produkt den maximalen Wert liefert.
Zusammenarbeit statt Anweisung
Ein funktionierendes Scrum-Team zeichnet sich durch enge Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt aus. Wenn der PO sich als „Chef“ sieht oder von anderen so behandelt wird, entstehen schnell Spannungen:
❌ Entwickler fühlen sich nicht als gleichwertige Partner.
❌ Das Team wird passiv und wartet nur noch auf Anweisungen.
❌ Kreativität und Eigenverantwortung bleiben auf der Strecke.
Deshalb ist es wichtig, die richtigen Erwartungen an die Rolle zu setzen. Der Product Owner führt durch Einfluss, nicht durch Anweisung. Seine Werkzeuge sind Kommunikation, Klarheit und eine starke Vision für das Produkt.
Fazit: PO = Teammitglied, nicht Vorgesetzter
Wenn Scrum richtig gelebt wird, gibt es keine Machtspielchen und keine Silodenke. Der Product Owner, die Entwickler und der Scrum Master arbeiten gemeinsam an einem Produkt – jeder mit seiner spezifischen Verantwortung, aber alle auf Augenhöhe.
Werden diese Prinzipien verstanden und richtig umgesetzt, entsteht eine echte agile Zusammenarbeit, in der nicht Hierarchien, sondern der Wert für den Kunden im Mittelpunkt steht.
🔹 Wie ist die Rolle des POs in eurem Team organisiert? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren! 😊
